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35 + 125 + 4:30 = ?

17. Mai 2010

Wer sich jetzt fragt, was diese kryptische Überschrift soll, der fragt sich das zurecht. Sie hat nämlich keinen tieferen Sinn, sondern stellt nur in Zahlen dar, welche Komponenten an meinem letzten analogen Feldversuch beteiligt waren: Eine neue Kamera, die Rollei 35 S, ein neuer Film, der Spürsinn U125 und ein neuer Entwickler, der Spürsinn HCD. Gut, der Entwickler war mir nicht ganz neu, aber es war immerhin eine neue Flasche. 😉

Die Kamera

Die Rollei 35 S ist meine neueste analoge Errungenschaft. Sie ist bis heute eine der kompaktesten Kleinbild-Sucherkameras, ideal als Immer-dabei-Kamera für die Jacken- oder sogar Hosentasche. Dabei bietet sie dank dem 40mm f/2.8 Sonnar Objektiv eine hervorragende Abbildungsqualität, so habe ich jedenfalls vor dem Kauf gelesen. Das Objektiv, des wohl weiter verbreiteten Vorgängermodells Rollei 35 (T), ein 40mm f/3.5 Tessar, soll ebenfalls sehr gut sein.

Ausblick

Oft liest man bei Fototipps im Internet, man solle möglichst nie ohne Kamera aus dem Haus gehen, um immer bereit zu sein, wenn sich eine fotografisch lohnenswerte Situation ergibt. Bisher konnte ich diesen Ratschlag kaum befolgen, da eine mittelgroße DSLR, selbst mit einem kleinen Objektiv, wie dem 50mm f/1.8, zu groß ist, um sie überallhin mitzunehmen. Jedenfalls nicht, ohne dass sie auffällt oder stört. Eine kompakte Digitalkamera besitze ich nicht und kam mir aufgrund der eher bescheidenen Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen nicht in Frage. In meinen Augen scheint die Rollei 35 für diese Aufgabe ideal zu sein.

Der Film

Die Frage nach dem Film, für meine ersten Gehversuche mit dieser Kamera, war schnell geklärt. Ein Schwarzweißfilm sollte es sein, damit ich ihn selbst entwickeln kann, außerdem sollte er kontrastreich und nicht zu grobkörnig sein. Die Wahl fiel auf den Spürsinn U125, von dem ich schon so manches beeindruckende gelesen und gesehen habe. Ich hatte lange das Gefühl, dass dies einer meiner zukünftigen Lieblingsfilme werden könnte, ohne ihn je selbst ausprobiert zu haben. Ob er meinen Erwartungen gerecht wird sollte sich bald herausstellen.

Reinhausen

Die Entwicklung und das Scannen

Beim Entwickeln habe ich mich an die Angaben der Datenblätter von Film und Entwickler gehalten. 4:30 Minuten Kippentwicklung bei 22 °C in 1:9 verdünntem Spürsinn HCD. Der zum Trocknen aufgehängte Negativstreifen machte schon einen recht guten Eindruck. Starke Kontraste und klare Linien, jedenfalls soweit man das auf so einem kleinen Negativ mit bloßem Auge erkennen kann.

Das Ganze is(s)t mehr …

Beim Scannen gab es dann die erste Schwierigkeit. Für den U125 gab es in meiner Scansoftware kein vordefiniertes Profil. Ich war also zunächst etwas ratlos, welches Profil ich wählen und welche sonstigen Einstellungen ich vornehmen sollte. Nach einer Rückfrage auf Twitter und etwas Ausprobieren, bin ich auf folgende Grundeinstellungen gekommen: Profil „Standard“, automatische Maskenerkennung und sonstige Automatismen aus. In der „Histogrammansicht“ wurden Schwarz- und Weißwert festgelegt, sowie bei stark über- oder unterbelichteten Bildern die Helligkeitskurve angepasst, um den Tonwertumfang besser auszunutzen. Außerdem wurden die Bilder in Farbe gescannt. Das wäre eigentlich nicht nötig, da es sich schließlich um Schwarzweißbilder handelt, der Bildbearbeitungssoftware stehen so durch die drei (Farb-)Kanäle aber theoretisch mehr Helligkeitsinformationen zur Verfügung.

Fazit

Die Rollei 35 S wird auch zukünftig meine Immer-dabei-Kamera sein. An der Bildqualität kann ich absolut nichts aussetzen. Das Objektiv ist wirklich hervorragend, selbst direkte Gegenlichtaufnahmen meistert es problemlos.

Der Spürsinn U125 hat meine Erwartungen noch übertroffen. Er wird definitiv einer meiner Standardfilme. Ihr könnt zukünftig also noch mehr Bildmaterial davon erwarten.

Besser hätte der „Feldversuch“ nicht laufen können. Ich bin rundum zufrieden. 🙂
 
Metall I Botschaft Gitter

Links zum Artikel

Weitere Bilder mit der Rollei 35 S
Weitere Bilder mit dem Spürsinn U125

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From → Analog, Fotografie

2 Kommentare
  1. cbrueggenolte permalink

    Hi Michael,

    ich lese hier gerade das du deine negative scannst. Du hast also so einen analog negativ – digital computer scanner.

    Mein Dad hat immer noch seinen ganzen hundert Dias im Keller stehen und will die mal Scannen. Da wollte ich mal fragen ob Du mir ein Gerät empfehlen kannst.

    Danke

    • Hi,

      ich scanne die Negative mit einem „einfachen“ Flachbettscanner mit Durchlichteinheit, dem Canon 8800F. Er hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine recht gute Scannqualität. Allerdings ist die beiliegende Software (SilverFast) nicht sehr komfortabel und erfordert einiges an Einarbeitungszeit.

      Ich weiß nicht, ob ich damit hunderte Dias scannen möchte, jedenfalls nicht am Stück. Das wäre wohl sehr Zeitaufwendig und geht (wahrscheinlich) nicht so einfach nebenbei.

      Ich kann dir aber noch diese Seite mit Filmscanner-Testberichten empfehlen: http://www.filmscanner.info/FilmscannerTestberichte.html
      Die haben auch eine „Rangliste“: http://www.filmscanner.info/FilmscannerRangliste.html

      Lass dich aber nicht von der durchgehend schlechten Bewertung der Bildqualität verunsichern, die vergleichen alles mit professionellen Filmscannern, die leicht mehrere 1.000 € kosten können. Für den Privatgebrauch sind diese Maßstäbe natürlich viel zu hoch. Du kannst ja mal schauen, wo mein Scanner, mit dem ich sehr zufrieden bin, eingereiht wurde. 😉

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