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Sprockethole

26. März 2010

St. PiusSprockethole, das ist die englische Bezeichnung für die Perforationslöcher am Rand von (Kleinbild-)Filmen. Ebenso bezeichnet man die Fotografie, bei der das Filmmaterial bis an den Rand belichtet wird, das Bild also über die Perforation hinaus geht.

Nachdem ich einige dieser Bilder auf Flickr entdeckt hatte, habe ich mich vor ein paar Wochen auch an dieses Experiment gewagt. Das Versuchsobjekt war ein „billiger“ Agfa Vista Plus 100 Farbfilm, mit dem ich meine Rolleicord bestückt habe. Dazu habe ich die Filmpatrone anstelle der unteren Filmrolle eingelegt und das Filmende mit einem Klebestreifen an der oberen Filmrolle befestigt.

Das Fotografieren mit dieser Kombination war nicht sehr schwer. Lediglich der Bildausschnitt musste geschätzt werden, da ein Kleinbildfilm natürlich nicht so breit ist, wie ein Mittelformatfilm. Aber es war machbar und der Film ist glücklicherweise auch nicht verrutscht und blieb immer schön in der Mitte.

Dom Regensburg – DetailDie Probleme zeigten sich erst beim Scannen der entwickelten Negative. Die Scannsoftware (in meinem Fall SilverFast SE) ist es nicht gewohnt, dass die Perforationslöcher mitgescannt werden. Wenn man den Rahmen des zu scannenden Bildausschnitts entsprechend größer zieht, funktioniert die automatische Maskenerkennung und die Einstellung der Blichtung (das Scanners) nicht mehr richtig, was zu hellen, farbstichigen Bildern führen würde.

Den Farbstich konnte ich leicht beheben, indem ich zuerst die automatische Maskenerkennung und Farbkorrektur ausgeschaltet und anschließend den Film (Hersteller, Bezeichnung und Empfindlichkeit) ausgewählt habe. Zum Ausgleichen der Überbelichtung habe ich die Belichtungskorrektur der Scannsoftware auf -3 Blendenstufen gestellt. Zwar waren die Bilder so immer noch etwas zu hell, dies konnte aber leicht in der Bildbearbeitung durch Anhebung des Schwarzwertes behoben werden, ohne viel Qualität zu verlieren.

Drei SpitzenEin weiteres Problem waren die Newton-Ringe, die beim Kontakt der gewölbten Negative mit der Glasplatte des Scanners entstanden sind. Der Film war deshalb so stark gewölbt, weil ich ihn mir nach dem Entwickeln vom Labor am Stück, aufgerollt in einer Filmdose, zurückgeben lassen hatte, da ich befürchtet habe, dass das Labor die Abweichung vom Standardformat nicht erkennt und womöglich noch ein Bild zerschneidet. Eigentlich wäre eine leichte Wölbung des Films nicht weiter schlimm, da er zum Scannen normalerweise in eine Halterung eingespannt wird. Da ich den Rand aber eben extra mitgescannt haben wollte, war das hier natürlich nicht möglich.

Mit etwas Bastelarbeit und dem Stempelwerkzeug in der Bildbearbeitung konnte ich die Newton-Ringe etwas reduzieren, aber leider nicht vollständig verhindern.

Fazit: Wenn ich das nächste Mal Lust auf Sprockethole-Fotografie habe, werde ich wahrscheinlich einen Schwarzweißfilm wählen und diesen selbst entwickeln. Dann muss ich mich beim Scannen nicht mit Farbstichen und gewölbten Filmen rumschlagen. 🙂
 
Gesandtenstraße Lichtkäfig

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From → Analog, Fotografie

5 Kommentare
  1. Sprockethole lässt sich wunderbar mit 4×4 Diarähmchen scannen! Auch die Newtonringe sind dann kein Problem mehr. 🙂

  2. Danke für den Tipp! Wobei meine Bilder 3,6×6 cm groß sind, da bräuchte ich dann wohl eher einen 6×6 oder 4,5×6 Diarahmen. Ich werd’s mir fürs nächste Mal merken. 🙂

  3. Ein niegelnagelneuer Blog. Herzlich Willkommen im Club und auf ein paar interessante Stunden!
    Michael

  4. Alternativ kannste auch ein bissel in die Tasche greifen und dir hier ein nettes Addon aneignen.

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